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Programmierung outsourcen nach Indien

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Neice
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Beitrag von Neice » 16.08.2011, 21:42

Hat mit dem Thema schon jemand Erfahrung? Oder kann irgendwelche Unternehmen empfehlen?

propaganda
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Beitrag von propaganda » 16.08.2011, 22:05

Bevor man einen Auftrag (Programmierung oder sonstiges) nach Indien oder ein anderes Land auf dem Subkontinent vergibt, sollte man einen Blick hierauf werfen.
Wenn ein Spiel läuft, dann werden Fristen eher nicht eingehalten.
Dann ist die Oma krank, der Notstromgenerator kaputt oder der Ansprechpartner hatte einen schweren Motorradunfall.
Gleiches gilt für Holi, Diwali und - je nach Ansprechartner - auch Id, Muharram etc.

Neice
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Beitrag von Neice » 16.08.2011, 23:28

Ups. Die spielen aber oft Cricket ;-).

Ich habe ein wenig Outsourcing mit China. Passendes Nervenkostüm ist also vorhanden.

propaganda
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Beitrag von propaganda » 16.08.2011, 23:39

Chinesische und südasiatische Arbeitsethik sind - nach meiner bescheidenen Erfahrung - aber zwei unterschiedliche Welten.

Hier noch ne kleine Legende zur verlinkten Seite:

Test Match: Ausfall des Dienstleisters: 3-5 Tage
ODI: Ausfall des Dienstleisters: 1 Tag
Twenty20: Ausfall des Dienstleisters: 1/2 bis ganzer Tag

Religiöse Feiertage bitte selbst "googlen".

Neice
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Beitrag von Neice » 17.08.2011, 00:01

Inder können nicht schlimmer als Chinesen sein.

Ausfall von einzelnen Tagen interessiert mich wenig. Hab hier eine Idee als Businessplan, die zeitlich nie realisiert werden würde. Wenn es ein Team in Indien in 3 Monaten hin bekommt, passt das.

Chinesen sind eher schwierig. Tricksen sehr gerne mit dem Preis und antworten auf alles mit "Ja". Auch wenn die korrekte Antwort "Nein" wäre. Wir hatten mal eine Weile einen InHouse Chinesen, da klappte dann die Kommunikation.

nerd
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Beitrag von nerd » 17.08.2011, 01:11

Passend dazu: https://thedailywtf.com/Articles/Topgrad ... ption.aspx

du musst die fragen anders stellen wenn du probleme mit der kommunikation hast; also z.b. "Wie wechsel ich von mysql auf eine odbc datenbankverbindung?" anstatt "kann ich statt mysql auch odbc als datenbankverbindung verwenden."

ansonsten glaube ich ja eher das du immer das bekommst wofuer du bezahlst. die indischen billig-superseos die hier immer anklopfen vestehen meistens "meta tag optimierung" und kommentarspam als seo ...

devolo01
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Beitrag von devolo01 » 17.08.2011, 06:22

Aus Erfahrung, vieler Kunden die vorwiegend Programmierleistungen in >>Bei unseren war es Südafrika und Taiwan<< ausführen lassen haben.

- Quelltexte schlecht Dokumentiert und zum Teil ganz schöner Spagetticode
- Schlechte Kommunikation, oft etwas zwischen gekommen (Keine MA, Stromausfälle etc)
- Mann sollte sich die frage stellen ob outsourcing wirklich erforderlich ist, warum kommen viele Kunden letztendlich doch wieder auf deutsche Unternehmen zurück.
- Wie bereits gesagt du bekommst das für dein Geld was du bereit bist zu zahlen.

Anders ist es wieder bei Hardware, diese lassen wir auch im Ausland produzieren.

Bodo99
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Beitrag von Bodo99 » 17.08.2011, 08:33

Also ersteinmal ich mag Indien sehr. Es ist zwar völlig anders, sozusagen einmal auf den Kofp gestellt, als Europa und im Besonderen Deutschland, aber das macht wohl gerade den Reiz aus. Jedoch wollte mich sogut wie jeder (95%) der Inder bescheissen, als ich meine 2monatige Tour durch Indien gemacht habe. Nicht aus böser Absicht, wie ich denke, sondern ich glaube, dass ist deren Geschäftsmentalität. Nicht umsonst ist es in Indien normal das Rückgeld nachzuzählen oder in einer Bank das Geld vor den Augen aller nochmal nachzuzählen. In Deutschland gilt das schon fast als unhöflich. Ich finde die indischen Geschäftsleute sehen die Welt eben als Bazar. Da wird gefeilscht und geschwindelt, dass die Balken biegen. Die indischen Kunden wissen, was stimmt, da sie ihr Leben lang damit aufgewachsen sind und Beschiss von Wahrheit gut trennen können. Aber als Deutscher hast du es da schwer. Ein Frage, wie: "Wieviel kostet das?" gibt nicht den den wirklichen Preis an, sondern den Maximalpreis, den der Händler sich wünscht. Deswegen in Indien, immer nur die Hälfte von dem "Wieviel kostet das?" zahlen.

Außerdem denken viele Inder, die Europäer sind goldene Schweine, die man nur so ausnehmen braucht. Die haben es ja, sozusagen. Viele denken, bei uns ist jeder Millionär. Deswegen werden die Preise nochmal zusätzlich erhöht. Selbst der Staat denkt teilweise so. 50 Euro für ein Touristenvisum (gehts noch?). Nun gut, man will ja nach Indien, kannste nix machen. Jedes Museum in Indien teilt die Eintrittspreise nach Ausländer und Inder. In Mysore kostet der Eintritt für ein Mararatscha Palast 10 Euro (normale deutsche Preise also) für Ausländer. Inder zahlen 30 cent. Ansich ist 10 Euro ja ok, aber wenn man das ins Verhältnis setzt zu den sonstigen Preisen dort, ist das blanker Wucher. 2 Klassen-Gesellschaft sozusagen. Außerdem ist es anmaßend und frech. Haste in Deutschland schonmal ein Museum gesehen, wo Schweizer 100 Euro Eintritt zaheln müssen und Deutsche nur 10 Euro?

Ich selbst habe auch schon überlegt, Programmieraufgaben nach Indien auszulagern. Aber mittlerweile denke ich, dass ich den höheren Preis in Deutschland in Ordnung finde, wenn mein Auftrag genau so wird, wie ich das will und wann ich es will. Anders gefragt: welchem Auto traust du mehr Qualität zu? Einem BMW oder einer TuckTuck Rickshaw? Ich glaube die Inder bekommen alles hin, aber ob es denn auch den Qualitätsstandarts enspricht, stelle ich mal dahin. Was ist wenn du nach einem Jahr nochmal den Code erklärt haben willst oder eine Verbesserung haben willst, also Service. Gibts die indische Firma dann noch? Melden die sich noch? Kannst ja nicht einfach vorbeischauen im Büro. Ich würde das nur nach Indien auslagern, wenn ich wirklich eine Top Firma kennen würde, die z.B. ein Kollege empfehlen kann.

jonas2011
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Beitrag von jonas2011 » 17.08.2011, 15:14

Das Outsourcen nach Indien kann durchaus sehr interessant sein, wenn man den richtigen Partner hat! Sicher gibt es auch jede Menge schwarze Schafe aber eben auch sehr professionelle, schnell arbeitende und faire Programmierer.

Ich habe einen sehr guten Kontakt zu einem Entwickler für einfache Webseiten oder natürlich auch umfangreiche Web Applications. Gearbeitet wird in .Net, Dot Net Nuke, PHP oder Adobe FLEX.
Der Vorteil bei dem Unternehmen ist, dass es aus einem deutschen Joint Venture entstanden ist und daher deutsche Wurzeln hat. Die typisch deutsche Mentalität und Genauigkeit ist demnach Firmenbestandteil. Soweit ich weiß, haben die auch schon viele Projekte in Deutschland und Europa abgewickelt.

Bei Interesse bitte einfach eine PM an mich!

Dr. Udo Brömme
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Beitrag von Dr. Udo Brömme » 17.08.2011, 16:55

Habe bisher auch weit überwiegend negative Erfahrungen gemacht, wenn ich was in Indien machen lassen habe. Meistens war die Verständigung das größte Problem. Meistens gab es jemanden, der einigermaßen englisch konnte und das Geschäft "angebahnt" hat aber sobald die Entwicklung dann lief hatte man hauptsächlich mit leuten zu tun die nur vllt ein Drittel von dem, was man ihnen geschrieben hat, verstanden haben... als antwort kam dann ein "yes, sure, i can do that", und ein paar tage später ein ergebnis, das mit den anforderungen nur sehr am rande etwas zu tun hatte

Neice
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Beitrag von Neice » 17.08.2011, 23:10

Ich denke auch, dass Kommunikation ein Problem ist. Und man viel durchprobieren muss, was mit wem funktioniert.

@Eric78

Genau die Erfahrung habe ich mit China gemacht. Ich hatte mehrere Sachen dort angefragt und immer Preise genannt bekommen, die sich nicht deutlich von deutschen Preisen unterschieden haben. Bis wir dann einen Studenten aus China hatten, der mir ein paar Unternehmen nannte, die er kannte. Preissituation war identisch. Und dann hat er dort angefragt. Da ging dann der Satz für einen Manntag von 250,00 EUR auf 20,00 EUR runter.

Ich glaube einfach, dass es gute Unternehmen gibt. Aber die findet man über Empfehlungen. Oder sehr viel Glück.

expansioN
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Beitrag von expansioN » 18.08.2011, 08:47

Es gab da doch mal nen Programmierer, der für große (wirklich große) Firmen auch große Projekte programmiert hat. Dabei war seine Bezahlung auch entsprechend groß. Glaub 300.000€ für ein Projekt oder so.
Der hat das dann alles nach Indien geschickt und hat dem Inder 90.000€ gegeben und sich auf die faule Haut gelegt xD

Wenn das keine Ente war, scheint es problemlos möglich zu sein.

YUHIRO.DE
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Beitrag von YUHIRO.DE » 24.09.2013, 07:01

Hallo zusammen,

Da ich ein Softwareunternehemen in Indien betreibe ist dieser Thread zum Thema schon ziemlich interessant.

Mein Input zur Programmierung in Indien:

Fehlende Dokumention

Viele Abnehmer verlangen keine vollständige Programmdokumentation vom Programmierer. Daher wird bei den meisten Programmieraufgaben davon ausgegangen das diese nicht dokumentiert werden müssen. Jedoch ist das Dokumentieren von Software für einen guten Programmierer kein Problem.

Lösung dazu: Sagen Sie Ihrem Programmierer in Indien ausdrücklich das Sie eine Dokumentation brauchen. Überprüfen Sie den Code und geben Feedback ob Ihnen die Dokumentation so passt.

Feilschen in Indien

Die Mentalität “Ich muss die Unwahrheit sagen um gross rauszukommen” ist weit verbreitet. Wenn Personen im Geschäftsumfeld nicht erfolgreich sind, dann wird oftmals von Verwandten gesagt “Der ist zu ehrlich”, “Er weiss nicht wie man Leute betrügen kann”. Es ist also schon irgendwo in der Kultur verankert.

Eines ist jedoch sicher, die erfolgreichen IT Unternehmen in Indien sind durch ehrliche Arbeit gross geworden. Nur durch ehrliche Preise, ehrliche Arbeit und hohe Qualität kann man Kunden an sich binden. Ansonsten wird man sich im ewigen Vertriebskreislauf wiederfinden.

Lösung dazu: Fangen Sie mit kleineren Projekten an. Überprüfen Sie ob der Programmierer oder der Programmierdienstleister sich ehrlich verhält. Prüfen Sie ob Anfragen umgehend bearbeitet werden, die Qualität eingehalten wird, die Kommunikation stimmt und die Anforderungen korrekt aufgenommen werden. -> Ein guter Programmierer kann das, auch in Indien.

Kommunikation

Die Kommunikation mit einem Programmierer ist immer schwer, besonders wenn man selbst aus den Bereichen ausser IT kommt. Auch die Anforderungen werden oftmals, aus Gründen der kulturellen Unterschiede, anders aufgenommen. Jedoch haben sich in den letzten 10 Jahren die Lebensgewohnheiten weltweit (besonders auch in Indien) and den Westen angeglichen. Der typische Programmierer in Indien schaut sich Hollywood Filme an, geht mit seinen Freunden zu Dominos Pizza, macht Urlaub in Goa, Bangkok etc, nutzt ein Smartphone, kauft Artikel Online und spricht fliessend Englisch (oftmals wird das bezweifelt, jedoch liegt das daran das Programmierer allgemein nicht so gerne kommunizieren und lieber Programmieren).

Lösung dazu: Arbeiten Sie nicht direkt mit einem Programmierer aus Indien, China oder sonstwo zusammmen. Nutzen Sie einen Projektleiter oder ein Dienstleistungsunternehmen das beide kulturellen Gegebenheiten kennt (wie zum Beispiel YUHIRO – Achtung Eigenwerbung). Sie zahlen hierbei definitiv einen Aufpreis, ist aber auf jeden Fall besser als das dass komplette Projekte untergeht und die Leistung auf hohem Niveau bleibt.

Eine weitere Lösung, die hier im Thread schon angesprochen wurde, ist es über Empfehlungen zu arbeiten (fraglich ist jedoch ob es viele gibt die Empfehlungen aussprechen können, man müsste ja erst mal jemanden finden der mit Programmierung in Inden Erfahrungen gemacht hat).

Das es klappen kann zeigt der folgende Erfahrungsbericht eines Kunden der mit Programmierer aus Indien erfolgreich zusammengearbeitet hat. -> [MODEDIT]

Freundliche Grüsse
Sascha Thattil

gurken
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Beitrag von gurken » 24.09.2013, 07:24

ich arbeite beruflich regelmäßig mit Indien und China zusammen. China als Produktionsstätte, Indien als Designwerkstätte.
China ist einfach nur begriffsstutzig und gerade wenn man es mit einer mittelgroßen FIrma zu tun hat hast alle paar Monate mit neuen Leuten zu tun da sie schnell gewechselt werden. Sie sagen immer ja alles verstanden, investieren "viel" Zeit in etwas und machen erst Recht alles falsch - man muss also alles so erklären als ob mans einem 5 Jährigen erklärt. Klar die Preise sind total unten, aber die Qualität sowie sehr sehr lange Vorlaufzeit sprechen dagegen - gerade bei einer Programmierarbeit stell ich mir das schwer bis unmöglich vor.

Indien ist bei weitem teurer wie China, die Preise sind für Europäer in den letzten Jahren einfach gestiegen, deshalb ist es nicht mehr ganz so attraktiv. Ich arbeite dort mit einem verlässlichen Partner zusammen - die Einarbeitung hat aber relativ lange gedauert, nachdem das alles geklärt war bekomme ich jetzt regelmäßig ansprechende, perfekt ausgearbeitete Designs. Lieferzeit ist mit 4-5 Tagen leider etwas lang. Reaktionszeiten dank Skype sehr schnell.

Waren natürlich nur 2 Einzelfälle, als Angestellter hab ich da auch nicht viel Mitspracherecht. Wenn ich ne eigene Firma hätte würde ich nie im Leben etwas nach China, oder Indien outsourcen - da zahl ich lieber etwas mehr und hab eine perfekte Kommunikation und anschließend ein perfektes Produkt - spart Nerven und vor allem Zeit.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit deutschen Freelancern über z.B: dasauge.de

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