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von durden76 » 27.10.2008, 00:22
Wenn es um Ethik geht kann man sich fragen, wem man mit seinem Verhalten schadet.
Google (oder besser: ein Google-Mitarbeiter im Firmenblog) sieht es so, dass es sich prinzipiell um manipulative Techniken am Ranking-Algorithmus handelt. Allerdings ist es (derzeit) nicht zuverlässig systematisch identifizierbar und damit nicht systematisch verfolg- oder strafbar. Aus Googles Sicht dürfte es dennoch ziemlich unethisch sein.
Es schadet ja theoretisch jedem Suchenden, der dann die manipulativ besser gerankte Seite vorgesetzt bekommt. Und es schadet denjenigen Konkurrenten, die solche Doping-Techniken nicht einsetzen. Schlimmstenfalls würde eine Spirale in Gang gesetzt, wo es alle machen müssen, um eine relevante Position bei den Suchergebnissen zu erreichen, und irgendwann geht es den Seitenbetreibern so ähnlich wie den verzweifelten Radlern, die sich bei der Tour-de-France immer noch demütigen lassen müssen...
Mich würde da mal interessieren, ob das 'nofollow'-Tag, wenn es denn das tut was es soll, das Kommentar wieder ethisch einwandfrei bekommt.
Immerhin könnte man ja argumentieren, dass bei thematisch relevanten Kommentaren tatsächlicher Mehrwert für Folgebesucher entsteht. Und in der Regel freut sich ein Blogbetreiber über sinnvolle Reaktionen und würde oft den Deal eingehen, ein wenig Werbung für den Kommentierenden zuzulassen. Evtl. könnte man solche Kommentarlinks optional als kommerzielle Links taggen (anstatt 'nofollow'), so dass nach außen die Intention ersichtlich ist. Wäre ja vielleicht ein interessantes Zwischending, was ethisch sauberer wäre als die Doping-Spirale...