Vielleicht hättest du dich nicht von der lustig-bunten Tortengrafik irritieren lassen, sondern das dazugehörige Zahlenwerk darunter lesen sollen.
Ich hab einfach den Gesamthaushalt durch 8 geteilt. Keine Ahnung warum
Aber die Kernaussage bleibt, dass die Vertreter hinter diesem Projekt Geld
aus Spenden dafür kriegen, dass sie dieses Projekt vertreten. Das ganze wird dann immer damit argumentiert, dass es sehr zeitaufwendig sei. Nur dann frage ich mich, warum man nicht einfach mehr Leute dran setzt. Wenn doch die Community mehrere Millionen umfasst, wird es doch sicher den einen oder anderen geben, der ebenfalls Zeit hat, wenn ein anderer mal nicht kann.
Ich habe keine Ahnung wo Mozilla ihr Geld investiert. Vielleicht in eigene Tochtergesellschaften? Oder aber die Sicherung der eigenen Marke? In Projektbeteiligungen? Gespendet haben sie die gesamten Millionen sicherlich nicht. Und ob sie sich Rücklagen gebildet haben, werden wir in den nächsten Jahren sehen.
Hier wird von drei Großprojekten, von denen eines zudem auch noch im Kern kommerziell ausgerichtet ist, auf zigtausende geschlossen. Solche Projekte lassen sich nicht mehr nebenher betreiben, ohne Leute, die hauptamtlich arbeiten, geht es nicht. An der Diskussion, wie hoch ein Gehalt sein darf, damit es noch nicht in die Rubrik „Kasse machen“ geschubst wird, möchte ich mich nicht beteiligen, da kommt eh nur Neid und Missgunst hoch. Außerdem stehen solche Projekte meines Erachtens nach nicht für Open Source im Allgemeinen.
Welche Beispiele soll man denn sonst nennen? Klar gibt es noch andere OpenSource Browser.. aber mit welchem Marktanteil und mit welcher Community, die an dem Projekt mitwirkt? Das gleiche gilt nunmal für OpenOffice. Ich kenn da kein Produkt, dass OpenSource oder kommerziell ist und eine nennenswerte Verbreitung besitzt.
Neben OpenSource werde ich auch nie verstehen, warum ein Unternehmen wie Google hingehen kann und ein kostenloses Betriebssystem auf den Markt werfen darf. Oder warum dürfen sie auf der ganzen Welt 3D-Aufnahmen machen und die kostenlos verbreiten? Warum dürfen sie Satellitenbilder kaufen und die kostenlos verbreiten? Nur weil sie gutes Geld in der Werbebranche verdienen, dürfen sie in anderen Bereichen Mitstreiter platt machen?
Es ist doch nur logisch, dass sie erst selber was entwickeln und das dann öffentlich zugänglich machen. Die Community behebt dann kostenlos die Fehler und bringt eigene Ideen ein. Sind die Ideen gut, dann übernimmt Google das im eigenen Betriebssystem und gut ist. Das ist wie eine Testphase, die kein Geld kostet.
Twitter, Ebay und Youtube hatte ich dazu auch in anderen Themen kritisiert. Auch so Pseudo-Kostenlos-Produkte, die bei entsprechender Verbreitung plötzlich doch voll Werbung und Gebühren stecken. Youtube ist z.B. weit seiner Zeit voraus. Google weiß aber, dass irgendwann die Kosten so niedrig sind, dass es sich wieder lohnt. Bis dahin wird es sicherlich keinen Mitstreiter geben und danach sowieso nicht mehr. Dafür ist die Marke schon viel zu stark.
Google macht es geschickt. Sie suchen sich Bereiche, wo wenig Stress zu erwarten ist. Ich meine wer beschwert sich schon, dass Google Maps kostenlos ist? Nein, es würde sogar ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen, wenn man die kostenlose Verbreitung verbieten würde, weil das ja z.B. gegenüber TomTom unfair wäre.
Es würde sich auch keiner beschweren, wenn Google Opel kauft und ab sofort Autos verschenkt. Oder doch? Ach ja.. dann merken ja mehr, dass sie ihren Job verlieren...
Also ich habe gelernt, dass es verboten ist Produkte auf den Markt zu werfen, die mich mehr Geld kosten, als ich dafür bekomme. Keine Ahnung, warum das scheinbar bei Software nicht gilt. In meinen Augen hätte da schon lange mal das Kartellamt einschreiten müssen.
Und OpenSource ist auch nur eine Unterform davon. Sogar komplett legal. Kein Wunder, dass sich die Großen auf dem Markt das zu nutze machen.
Dummheit liess sich noch nie verbieten, und was jemand mit seinem eigenen Kram und seiner eigenen Zeit anstellt, möge doch bitte ihm überlassen bleiben und nicht der Sitten- und Anstandspolizei des Herrn mgutt :/
Dummheit wird z.B. durch das Widerrufsrecht unterbunden und viele andere Verbraucherschützer. Sowas sollte es in meinen Augen auch bei OpenSource geben.
Ich sage wie gesagt nicht, dass OpenSource keine Daseinsberechtigung hätte, aber es gibt nunmal keine Regeln und die größten Projekte erscheinen mir alle einen kommerziellen Hintergrund zu besitzen. Und ob kommerziell oder nicht, erfährt nur der, der mal schaut wem der Projektname gehört oder was in den Bedingungen steht.